Wir fördern begabte und hochbegabte Vorschulkinder

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Förderkonzept und Fakten zu (Hoch)Begabung

 

Eine intellektuelle Hochbegabung tritt im Kleinkind- und Vorschulalter zumeist als Entwicklungsvorsprung auf. Schon früh zeichnen sich diese Kinder durch ihre Fähigkeiten zum logischen und analytischen Denken, durch sehr gute Gedächtnisleistungen oder eine hohe Sprachbegabung aus. Oft sprechen sie bereits mit unter drei Jahren in grammatikalisch korrekten Sätzen und sind dazu in der Lage, abstrakt – und nicht anschauungsgebunden – zu denken. Es kann sogar vorkommen, dass sie bereits im Kleinkind- und Vorschulalter völlig selbständig Rechnen, Lesen oder Schreiben lernen – ohne dass die Eltern dies forcieren!

 

Es mag auf den ersten Blick unverständlich sein, warum diese begabten Kinder, die von der Natur bevorzugt scheinen, einer integrativen Begabtenförderung bedürfen. Dabei wird leicht übersehen, dass sich ein solches "Geschenk der Natur an die Gesellschaft" (Karl Marx) auch zu einem Nachteil für das Kind wandeln kann. Dies geschieht, wenn die Umwelt auf die „Andersartigkeit“ des Kindes mit Unverständnis oder sogar Ablehnung reagiert. Dem Kind wird das Entfalten seiner Fähigkeiten verwehrt, es hat sich an den „altersgemäßen“ Beschäftigungen und Interessen zu orientieren.

 

Dies führt dazu, dass die Kinder einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit nicht entwickeln können. Im Gegenteil: Eine Begabung, die eine Quelle für das Selbstwertgefühl des Kindes sein soll, wird zu einer Belastung, das Kind empfindet sich als anders und „unpassend“. Dabei hat jedes Kind ein Grundrecht auf eine Förderung nach seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen!

 

Die pädagogische und neurowissenschaftliche Forschung betont nachdrücklich, dass begabungsgerechte Förderung möglichst frühzeitig einsetzen muss: Nie lernen wir so leicht, so viel und so voller Freude wie im Kleinkind- und Vorschulalter!

 

Von einer begabungsgerechten Förderung profitieren alle Kinder. Die pädagogische Arbeit insgesamt erfährt eine Bereicherung und der Blick für Begabungen wird geschärft. Das Förderkonzept einer integrativen Förderung sieht vor, dass alle Kinder und alle Erzieher in die Förderung eingebunden werden – so dass am Ende alle Kinder ihre Begabungen für sich und die Gemeinschaft gewinnbringend einsetzen können und Wertschätzung erfahren.

 

Hochbegabung bezeichnet eine umfassende, weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Begabung des Menschen. Etwa 2% aller Menschen in Deutschland gelten als hochbegabt, weitere 8% als sehr begabt, d.h. sie haben einen IQ von 120 oder höher. Von intellektueller Hochbegabung bei Kindern sprechen Psychologen, wenn es in seiner kognitiven Entwicklung Gleichaltrigen deutlich voraus ist. Obwohl Hochbegabung unabhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft ist, wird sie bei Kindern aus bildungsfernen Familien deutlich seltener erkannt als bei Kindern mit Eltern aus bildungsnahen Familien − und bei Jungen häufiger als bei Mädchen.

Im Vergleich dazu tritt eine Legasthenie bei ca. 4%, ein AD(H)S bei ca. 4-8% aller Schüler in Deutschland auf.

Die Notwendigkeit von Förder- und vor allem Früherkennungsmaßnahmen für diese Kinder werden als selbstverständlich betrachtet, während die Förderung von Hochbegabten oft weniger beachtet wird.

Begabungen und Hochbegabung können bei entsprechender Förderung für die Gesellschaft eine wertvolle Ressource bedeuten. Die frühzeitige begabungsgerechte Förderung von Kindern ist deshalb unverzichtbar und ermöglicht diesen, sich als stark und kompetent zu erleben und gibt ihnen die Möglichkeit, sich gemäß ihrer Stärken voll zu entfalten.

 

 

Begabungspsychologische Beratungsstelle              Wissenschaftlicher Beirat

 

Stiftung Kleine Füchse

 

 

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